Spaltlampenuntersuchung

Wissenschaftlicher Hintergrund

Wir untersuchen, wie sich das teleophthalmologische Screening zur Früherkennung von Augenerkrankungen einsetzen lässt. Ihre Teilnahme hilft, die Qualität und die Machbarkeit dieses Verfahrens zu evaluieren. Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung steigen auch Erkrankungen wie Makuladegeneration und Glaukom deutlich an. Gleichzeitig bleibt die augenärztliche Versorgungskapazität nahezu unverändert. Ziel unserer Studie ist es, neue Wege der Augenvorsorge wissenschaftlich zu evaluieren.

Wissenschaftliche Studie Untersuchung im UKE OCT / Fundusfoto DSGVO-konform

Durch die Alterung der Gesellschaft nehmen altersbedingte und chronische Augenerkrankungen kontinuierlich zu. Erhebungen zeigen eine Zunahme der Prävalenz der altersbedingten Makuladegeneration um 22-34% (Früh- bzw. Spätform), des Glaukoms um 24% und der diabetischen Retinopathie um 15% innerhalb von 15 Jahren (von 2002 – 2017) [Schuster AK 2019, Zimmermann M 2023 Weißbuch der DOG]. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt entfallen 80% der ophthalmologischen Versorgung auf die Versorgung von chronischen Erkrankungen wie der AMD, Glaukom oder DR [ Zimmermann M 2023 Weißbuch der DOG]. Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland ist auch in den nächsten Jahren mit einem weiteren deutlichen Anstieg dieser chronischen Augenerkrankungen und konsekutiv mit einem weiteren Anstieg des Versorgungsbedarfs zu rechnen. Diesem stetigen Anstieg des Versorgungsbedarf steht kein ausreichender Anstieg der augenärztlichen Versorgungskapazität gegenüber. Obwohl die Gesamtzahl der tätigen Augenärzte in Deutschland in den letzten 15 Jahren um 22% zugenommen hat, hat sich die Versorgungskapazität (Gesamtarbeitszeit) in den letzten Jahren lediglich um 1% erhöht [Schuster AK 2019; 2017. BS-. https://wwwbundesaerztekammerde/baek/ueber-uns/aerztestatistik/2017.]. Grund hierfür ist u.a. die Zunahme von Teilzeitarbeit, v.a. unter den zunehmend angestellt tätigen Augenärzten [Schuster AK 2019, Zimmermann M 2023 Weißbuch der DOG]. Um dem zunehmenden Ungleichgewicht zwischen Versorgungsbedarf und -kapazität entgegenzuwirken, bedarf es innovativer Lösungsansätze. Durch ein frühzeitiges Erkennen von chronischen Augenerkrankungen sowie deren Risikofaktoren im Rahmen von Augenvorsorgeuntersuchungen können Fälle von behandlungsintensiven Spätformen und schweren Sehbehinderungen reduziert werden. Aktuell gibt es in Deutschland kein national koordiniertes Augenvorsorge-Programm, wie es in anderen Ländern bereits besteht (z.B. DR-Screening Programm in Großbritannien). Systematische Zahlen über durchgeführte Augenvorsorge-Untersuchungen in den Augenarztpraxen fehlen. Eine Auswertung aller Versicherten der AOK Baden-Württemberg ergab, dass nur 23% der Versicherten einen Augenarztkontakt im Jahr 2016 hatten [Schuster AK 2018]. Wie viele Augenarztkontakte davon aufgrund einer Augenvorsorgeuntersuchung erfolgten, ist unklar. In Hinblick auf die demografische Entwicklung und den prognostizierten Anstieg chronischer Augenerkrankungen erscheint es unabdingbar das Angebot an Augenvorsorge-Untersuchungen auszubauen und für alle Bevölkerungsschichten niederschwellig verfügbar zu machen. Eine zusätzliche Augen-Check-up-Möglichkeit niederschwellig und breitflächig steht durch eine Zusammenarbeit von speziell geschulten Augenoptikern und teleophthalmologisch tätigen Augenärzten zur Verfügung. Eine niederschwellige Augen-Check-up- Möglichkeit beim Optiker in Kooperation mit digital angebundenen Augenärzten hat das Potenzial einen signifikanten Beitrag zum skizzierten Versorgungsproblem zu leisten. Unklar ist bisher jedoch, ob ein telemedizinischer Augen-Check-up gleichwertig zu einer Untersuchung vor Ort ist.

Teilnahme

Voraussetzungen für eine Studienteilnahme sind, dass Sie mindestens 18 Jahre alt sind und bisher keine Augenvorerkrankungen abgesehen von einer Katarakt oder stattgehabten Kataraktoperation vorliegen.


Zielsetzung

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, die Qualität eines teleophthalmologischen Augen-Check-ups mit einer bisher üblichen Augenvorsorge vor Ort zu vergleichen. Insbesondere soll verglichen werden, ob die Einschätzung einer Abklärungsbedürftigkeit zwischen teleophthalmologischem Augen-Check-up und der Standarduntersuchung vor Ort sich signifikant unterscheidet. Sekundär sollen auch Häufigkeit von einzelnen Auffälligkeiten der zentralen Netzhaut und Häufigkeit und Schweregrad von Auffälligkeiten in der Netzhautperipherie unter beiden Untersuchungsmodalitäten verglichen werden.


Studienablauf

Die Teilnahme an der Studie ist nach einem einzigen Termin beendet.
An dem vereinbarten Termin kommen Sie in die Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie werden dort durch einen ärztlichen Mitarbeiter der Augenklinik in Empfang genommen und gehen gemeinsam den Einwilligungsbogen durch. Das dauert etwa 20 Minuten. Im Anschluss füllen Sie einen kurzen Fragebogen zu bereits bekannten Erkrankungen allgemein sowie der Augen aus. Darauf folgen eine Reihe an nicht-invasiven Untersuchungen der Augen durch eine Fachperson, die auf Sehtests und Augenkontrollen spezialisiert ist:

  • Bestimmung der Brillenwerte und Sehtest
  • Augeninnendruckmessung
  • Zentrales Netzhautfoto mittels Kamera
  • Optische Kohärenztomografie der Makula und des Sehnervens
  • Vorderabschnittsaufnahme
  • Weitwinkelfundusfotoaufnahme

Danach erfolgt die klinische Untersuchung durch einen an der Studie beteiligten Augenarzt. Im Rahmen dessen erfolgt eine Weitstellung der Pupillen zur Funduskopie in Mydriasis. Die Dauer der Untersuchung beträgt etwa 45 Minuten. Abschließend werden die Ergebnisse mit Ihnen besprochen. Da es unter Umständen zu Wartezeiten oder einer länger dauernden Visite kommen kann, empfehlen wir Ihnen etwas zu Essen und Trinken mitzunehmen. Im Rahmen der Studie liegt Ihnen bereits der Ergebnisbericht von Ocumeda (aus der Untersuchung bei Fielmann) vor, während die behandelnden Ärzte das Ergebnis nicht kennen. Bitte teilen Sie den Ärzten das Ergebnis auch nicht mit. Der Augenarzt im UKE soll nicht durch das Ergebnis der vorherigen Untersuchung beeinflusst werden. Ihre bei Fielmann erhobenen Ergebnisse fragen wir über eine Schnittstelle ab und gleichen diese mit den von uns erhobenen Befunden im Rahmen der Studie ab.


Wichtige Hinweise

  • Planen Sie für die Teilnahme an der Studie etwa 2-3 Stunden ein.
  • Eine Vergütung der Studienteilnahme ist nicht vorgesehen.
  • Aufgrund einer medikamentösen Erweiterung der Pupillen dürfen Sie nach der Untersuchung nicht selbst Auto fahren.

Infos & Datenschutz

Details siehe Datenschutzerklärung. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an unser Studienteam.

Weitere Informationen können Sie auch in unserem Studienflyer finden.